Geschichte von Dresden

Dresden ist eine Stadt die auf ein langes Bestehen zurückgreifen kann. Erste damalige Siedlungen entstanden bereits um die Jungsteinzeit. Der Dresden-Nicker, eine Kreisgrabenanlage, ist einer der ersten Monumentalbauten aus dem 5. Jahrtausend vor Chr. im heutigen Dresdener Raum.

Dennoch blieb die Besiedlung von Dresden trotz der idealen Lage an der Elbe und den sehr fruchtbaren Böden durch die starke Bewaldung erschwert.

Urkundlich wird Dresden erstmal 1206 erwähnt bzw. angerissen und 1216 dann bereits als Stadt geführt. Schriftliche Nachweise zur Verleihung der Stadtrechte konnten bis noch nicht gefunden werden.

Im Jahre 1350 wurde der rechts von der Elbe gelegene Teil von Dresden, die jetzige "Innere Neustadt", als eigenständige Siedlung erwähnt und wurde am 21. Dezember 1403 durch Wilhelm I. mit den Stadtrechten beliehen. Jedoch erfolgte die Einheitsbildung Dresden von rechts und links der Elbe erst am 29. März 1549 durch Kurfürst Moritz.

--- Bei der Erlangung des Stapelrechts am 17. September 1455 war Dresden noch eine recht unbedeutende Stadt, wurde jedoch nach der Leipziger Teilung der wettinischen Länder 1485 für Jahrhunderte herzogliche Residenzstadt der sächsischen Herrscher und erfuhr mit der Erhebung des wettinischen Herrschaftsbesitzes zum Kurfürstentum und Königreich eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch den Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin (Wittenberger Kapitulation) wurde die Stadt zur Hauptstadt des wichtigsten protestantischen Landes innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit wurden auch wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung Dresdens ausmachen. ---

Während dem 30-jährigen Krieg wurde Dresden zwar von großen Zerstörungen und Plünderungen verschont, aber wie vielerorts auch durch die sich ausbreitende Pest und Hungersnöte sowie der überall anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation stark in seiner weiteren Entwicklung behindert, ab dann ging es jedoch sehr abwechslungsreich weiter. Zum einen entstanden nach dem 30-jährigen Krieg beim Wiederaufbau die bis heute weltbekannten Bauten und Parkanlagen, wurde aber auch in andere Kriege verwickelt und teilweise wieder zerstört.

Altendreden in etwa brannte 1685 komplett ab und musste über mehrere Jahrzehnte hinweg bis 1732 neu aufgebaut werden und nannte sich dann "Neue Königliche Stadt", was dem Stadtteil auch den Namen "Neustadt" verleitete. Nur 13 Jahre nach dem Wiederaufbau erfolgte im Dezember von 1745 die Eroberung durch Preußen während des österreichischen Erbfolgekriegs. Diese Eroberung dauerte zwar nicht lange an, aber bereits im Jahr 1756 wurde Dresden erneut im Siebenjährigen Krieg durch Preußen erobert, was auch zu einer erneuten teilweisen Abbrennung diesmal durch den preußischen Gouverneur führte als sich die österreichische Armee näherte. 1760 misslang jedoch die Belagerung durch Preußen was zu einem massiven Beschuss der Innenstadt und neuen Verwüstungen sorgte. Eine Abrundung der Abwechslungsreiche Zeit nach dem 30-jährigen Krieg fand sich durch Friedrich Schiller in der 1785 von ihm geschriebenen "Ode an die Freude" für die "Tafel der Freimaurerloge". Diese Ode diente später auch als lyrische Grundlage für die Hymne der Europäischen Union.

1791 wurde in Pillnitz, einem nahe gelegenen Ort zu Dresden, mit der "Pillnitzer Deklaration" ein Startschuß für die über mehr als 150 Jahre anhaltende Feindseligkeit der beiden Länder Deutschland und Frankreich gesetzt. In der Deklaration riefen vor allem deutsche Monarche die europäischen Mächte zur Bekämpfung der Französischen Revolution auf. Auch im Jahr 1813 fanden weitere entscheidende Gefechte der Volkerschlacht um Leipzig und Dresden statt, wobei Sachsen und somit Dresden auf der französischen Seite kämpften. Dresden wurde daher die Frankreichs Armee weiter befestigt und durch deren Truppen umfassend geschützt.

Vom 3. bis 9. Mai 1849, gegen dem Ende der Märzrevolution, erfolgte der Dresdner Maiaufstand wodurch der sächsische König August II gezwungen wurde Dresden zu verlassen und erst wieder durch preußische Hilfe wieder für sich gewinnen konnte. Bekannte und wichtige Teilnehmer an vordsester Front waren unter anderem Gottfried Semper und sein Freund Richard Wagner welche anschließend beide Sachsen verließen.

Von dann an wurde Dresden von weiteren Kriegen und Aufständen verschont wurde sogar eine der stärksten Könifreiche vom Deutschen Reich. Auch im ersten Weltkrieg blieb Dresden unangetastet.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Dresden Hauptstadt des (ersten) Freistaates Sachsen. Dresden gehört zu den zehn größten Städten in Deutschland und war ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Weimarer Republik. 1919 gründete sich die Dresdner Sezession, deren bekanntestes Mitglied wohl Otto Dix war. Dieser Gruppe ging schon vor dem Ersten Weltkrieg die Vereinigung Die Brücke voraus. 1925 wurde mit der Palucca Schule Dresden neben der bestehenden Hochschule für Bildende Künste eine bedeutende Schule der Darstellenden Kunst gegründet. Die Sächsische Staatsoper war bedeutende Bühne für Uraufführungen. Bis 1913 entstand das Schauspielhaus des Staatstheaters. Zwar verlegte die 1872 gegründete Dresdner Bank ihre Hauptverwaltung schon im 19. Jahrhundert nach Berlin, Dresden blieb aber bedeutender Bankenstandort vor allem kleinerer familiengeführter Privatbanken bis in die 1920er Jahre. Führende Unternehmen in Dresden zwischen 1918 und 1933 bestanden im (Elektro-)Maschinenbau, der Pharmazie und Kosmetik sowie in der Tabakherstellung und Lebens- und Genussmittelindustrie. Teilweise haben sich diese Unternehmen (häufig in neugegründeter Form) bis in die Gegenwart erhalten. Die durch die Stadt 1909 übernommenen Straßenbahnbetriebe wurden 1930 als Dresdner Straßenbahn AG wieder privatisiert. Die etwa 5000 jüdischen Dresdner, die noch 1933 Gemeindemitglieder waren, wurden aus Dresden vertrieben oder später in Konzentrationslager deportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch 41 Juden in Dresden. Der Antisemitismus in Dresden ist vor allem durch das Werk LTI - Notizbuch eines Philologen Victor Klemperers dokumentiert. Bei den Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 sollte unter anderem das Werk des Dresdners Erich Kästner „symbolisch für immer ausgetilgt werden“. Das vor allem expressionistische Kulturleben Dresdens aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts endete 1933. Die Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff oder Otto Dix dieser Zeit waren Teil der "Ausstellung für entartete Kunst". 56 Werke der Galerie Neue Meister wurden beschlagnahmt. Dagegen erlebte die Staatsoper, geprägt von Werken Richard Strauss, keine wesentliche Zäsur. Zwischen 1939 und 1945 wurden auch KZ-Häftlinge, vor allem aus den Lagern in Auschwitz und Flossenbürg, in der Stadt in Baracken interniert. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie Dresdens. Die noch erhaltenen Privatbanken im jüdischen Familienbesitz wurden unter Zwang der Dresdner Bank angeschlossen. Dresden war seit Jahrhunderten ein militärisches Zentrum und diente bis 1945 zur Aufstellung militärischer Großverbände. Im Dresdner Norden war die Albertstadt als autarke Militärstadt angelegt worden, die unter den Nationalsozialisten weiter ausgebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden erste Luftangriffe auf den Großraum bereits im August 1944 geflogen, und die Stadt wurde auf Bombardierungen vorbereitet. In vier aufeinander folgenden nächtlichen Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 wurden weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische Bomber schwer beschädigt. Die Angriffe gingen als Luftangriff auf Dresden in die Geschichte ein. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Sprach man früher in einzelnen – und bis heute noch unbeirrt in vielen rechtsradikalen – Publikationen von bis zu 350.000 Toten, so nimmt man in jüngerer Zeit Opferzahlen in Höhe von etwa 25.000 bis 40.000 Toten an; offiziell anerkannt ist heute die Zahl von bis zu 35.000 Toten. Dem Historiker Frederick Taylor zufolge geht die falsche Opferzahl auf eine Fälschung der Nazis selber zurück: Ihr wurde eine Null hinzugefügt, um in neutralen Medien und Ländern Stimmung gegen die Alliierten zu machen. Auch der Schaden an Gebäuden wird häufig zu hoch angegeben. 60 % des Stadtgebietes waren von den Angriffen schwer betroffen, 15 km² ausgehend von der Innenstadt wurden gar total zerstört; Stadtteile im Norden und Nordwesten blieben dagegen wenig zerstört. DDR-Zeit Dresden 1980 - Ansicht der Brühlschen Terrasse Dresden 1980 - Ansicht der Brühlschen Terrasse Dresden 1980 - Die Ruine des Schlosses Dresden 1980 - Die Ruine des Schlosses Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der stark zerstörten Stadt beseitigt. Viele Ruinen Dresdens, darunter auch die Überreste der Sophienkirche, vor allem aber die historische Wohnbebauung, wurden abgetragen oder gesprengt. Das historische Stadtzentrum wurde dabei de facto entkernt und fortlaufend wieder bebaut. Erneuert bzw. vollständig rekonstruiert wurden vor allem die historischen Monumentalbauwerke, so das Ständehaus (1946), die Augustusbrücke (1949), die Kreuzkirche (bis 1955), der Zwinger (bis 1963), die Katholische Hofkirche (bis 1965), die Semperoper (bis 1985), das Japanische Palais (bis 1987) und die beiden größten Bahnhöfe (teilweise fortlaufend). Einige dieser Arbeiten zogen sich, geprägt von der wirtschaftlichen Gesamtlage der DDR, über Jahrzehnte hin und waren mitunter für längere Zeit unterbrochen worden. Das Schloss wurde über viele Jahre gesichert und Teile rekonstruiert (so der Stallhof). Erst ab 1986 begann der Wiederaufbau, der bis in die Gegenwart dauert. Die Ruine der Frauenkirche sollte als Mahnmal gegen den Krieg auf dem Neumarkt verbleiben. Während so Theater- und Schlossplatz 1990 zumindest nach historischem Vorbild bebaut waren, blieb der Neumarkt völlig unbebaut; der Altmarkt dagegen geprägt von Bebauung des Sozialistischen Klassizismus und einer Raumgestaltung und -ausrichtung nach sozialistischen Idealen (z. B. Kulturpalast). Von 1955 bis 1958 wurden die von der Sowjetunion erbeuteten Kunstschätze zurückgegeben, so dass ab 1960 viele Museen der Staatlichen Kunstsammlungen in wiedererbauten Einrichtungen oder Interimsausstellungen eröffnet werden konnten. Die wichtigen Klangkörper wie die Staatskapelle traten in Ausweichspielstätten auf (zum Beispiel im Kulturpalast ab 1969). Teile der Kultureinrichtungen wurden aus der Innenstadt heraus verlegt (so die Landesbibliothek in die Albertstadt). Die im Krieg unzerstörte Äußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. Ihr drohte in den 1980er Jahren der Abriss, da ihre Bebauung stark vernachlässigt wurde und deshalb in schlechtem Zustand war. In Prohlis und Gorbitz entstanden Großsiedlungen in Plattenbauweise auf zuvor unbebautem Land. Die Johannstadt und andere Gebiete im Stadtzentrum wurden ebenso in Großblockbauweise überbaut. Weitestgehend erhalten wurden die Villenviertel in Blasewitz, Striesen, Kleinzschachwitz, Loschwitz und am Weißen Hirsch. Nach 1945 standen in und um Dresden die 1. Gardepanzerarmee der Sowjetunion sowie die 7. Panzerdivision der Nationalen Volksarmee. Nie zuvor in Friedenszeiten standen so viele Truppen in Dresden wie zwischen 1945 und 1990. In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wurden alle Truppenteile verlegt oder aufgelöst. Seit 1990 Elbehochwasser im August 2002 Elbehochwasser im August 2002 Nach der politischen Wende 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990, wurde Dresden wieder die Hauptstadt des neu errichteten Freistaates Sachsen. In der Stadt wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder restauriert. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungene Restaurierung von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz. Im August 2002 wurde die Stadt von der „Jahrhundertflut“ getroffen. Dabei überschwemmte die Elbe nebst mehrerer ihrer Nebengewässer die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der die bis dato schwersten Hochwasser von 1784, 1799 und 1845 übertraf. Das Reparieren der Infrastruktur dauert nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an; betroffene Bauwerke waren wesentlich schneller wieder hergerichtet. Im Jahre 2005 wurde nach zehnjähriger Bauzeit der Wiederaufbau der Frauenkirche im Rohbau fertiggestellt und die Kirche am 30. Oktober geweiht. Im Jahre 2006 feierte die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen (formal am Tag ihrer ersten urkundlichen Erwähnung). Aus diesem Anlass wurden unter anderem am 27. Mai von Bookcrossern im gesamten Stadtzentrum sowie im Stadtteil Neustadt 800 Bücher „freigelassen“.